Windstrom - zwei Sichtweisen
Zwei spannende Artikel zum Thema Windstrom, hier zitiert und gegenübergestellt.
Bemerkenswert: Ausgerechnet die zweite Studie wurde unter Mitwirkung des Stromkonzerns EON erstellt.
Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast :)


Windkraft kann Kohle und Kernenergie nicht ersetzen (Kurzfassung)


Mehrkosten für die Volkswirtschaft durch Windstrom pro Jahr: 3.000.000.000 € (3 Milliarden Euro).

1. Kohle und Kernenergie liefern ständig Strom im Grundlast- und Mittellastbereich – Das kann die Windenergie nicht.

2. Windkraftanlagen liefern nur zeitweise Strom:

  • Binnenland   10-15 % des Jahres
  • Küste          20 % des Jahres
  • Off-Shore    35 % des Jahres

3. Windstrom ist nicht planbar (Wind weht nicht nach Bedarf)

4. Großtechnische Speicherung von Strom ist nicht gelöst

5. Kohle- und Kernkraftwerke müssen ständig in Bereitschaft

  • sein und müssen bei Windangebot unter Wirkungsgradverlust
  • zurückgefahren werden (Erzeugung von weniger kWh bei
  • gleichem Kohleverbrauch)

6. Pumpspeicher-Kraftwerke nutzen wenig:

  • bei Überschußwindstrom muß das Oberbecken leer sein
  • bei Windflaute muß das Oberbecken voll sein

7. Kostenbelastung der Volkswirtschaft durch den Windstrom:

  • Wert des Windstroms: 2 – 3 cts/kWh
  • Staatlich verordnete Vergütung: 9 cts./kWh

     Zusatzkosten für den Strompreis bei Inbetriebnahme großer Windparks:

  • - Regelenergie (Zukauf von teurem „Spitzenstrom“ wenn
      Windstrom ausfällt): 0,7 cts./kWh
  • - Verteuerung durch Zurückfahren von konventionellen
      Kraftwerken unter Wirkungsgradverlust: 1,5 cts./kWh
  • - Neubau von ca. 1500 km neuen Hochspannungsleitungen
      (Stromerzeugung an der Küste, Verbrauch im Binnenland)
      0,2 cts/kWh

Summe der Zusatzkosten: ca. 2,4 cts./kWh.

Der Wert des Windstromes ist also praktisch gleich Null!

8. Mehrkosten für die Volkswirtschaft pro Jahr:

  • 2002 = 1,6 Mrd. €,   2011 = ca. 3 Mrd. €

Quelle: http://www.buerger-fuer-technik.de/body_windkraft_statt_kohle____.html


News vom 20.September 2006

Windenergie dämpft Strompreisanstieg

Spareffekte an der Strombörse überwiegen die Förderung der Windenergie durch das EEG bei weitem. Die Debatte um erneuerbare Energien erhält nun neues Argumentationsmaterial.

Neue Studien von HWWA und Eon belegen Spar-Effekt durch Windenergie Berlin – Entgegen der landläufigen Meinung verbilligt Windenergie den Strom. Je mehr Windstrom produziert wird, desto stärker sinken die Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA). Nach Angaben der Wissenschaftler erbringen Deutschlands Windkraftanlagen derzeit Einsparungen in Höhe von über einer Milliarde Euro pro Jahr. Dies bestätigen auch die heutigen Berichte von „Tagesspiegel“ und dpa. Vor allem die industriellen Stromverbraucher profitieren so von der Windenergie, da in ihrer Stromrechnung der Großhandelspreis stärker ins Gewicht fällt als beim Haushaltskunden.

Teure Kraftwerke kommen nicht zum Einsatz, wenn Windstrom verfügbar ist. Durch diesen Grenzkosteneffekt verbilligt sich der Einkauf für Stromhändler, wenn über Deutschland der Wind weht. Die Studie des HWWA wird von einer Untersuchung des Energieversorgers Eon bestätigt. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen analysierte der Energieversorger den Einfluss von Windvorhersagen auf die Großhandelspreise der Leipziger Strombörse innerhalb eines Jahres. Nach dem Ergebnis der Eon-Untersuchung fällt der jährliche Einspareffekt sogar dreimal höher aus als in der HWWA-Studie, denn Windstrom vermeidet zusätzlich Kosten für den Ausstoß von Kohlendioxid. Den CO2 Effekt belegte schon vor Monaten eine Studie der Uni Flensburg.

Die Förderung der Windenergie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrug laut Branchenangaben 2005 rund 1,2 Milliarden Euro und soll 2006 noch 900 Millionen Euro ausmachen. Damit dürften die Spareffekte an der Strombörse die Förderung der Windenergie durch das EEG bei weitem überwiegen. Ralf Bischof, Geschäftsführer des Bundesverbands WindEnergie (BWE): „Der Grenzkosteneffekt war unter Analysten und Stromhändlern schon lange bekannt. Nun ist er auch wissenschaftlich bestätigt. Die Debatte um erneuerbare Energien erhält nun neues Argumentationsmaterial, das vor allem Industrie und Politik überraschen wird.“

Links:

Studie der Uni Flensburg



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